Die Pflegesituation in Deutschland



Bei einer Bevölkerung in Höhe von 81 Millionen Menschen waren zum Jahresende 2015 laut Statistischem Bundesamt knapp 2,9 Millionen pflegebedürftig im Sinne des Gesetzes. Fast zwei Drittel davon (64 Prozent) sind Frauen. 83 Prozent sind 65 Jahre und älter; 37 Prozent älter als 85 Jahre. Prognosen des Bundeswirtschaftsministeriums gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2060 auf 4,7 Millionen Menschen steigen wird. 6 Prozent der Bevölkerung werden dann Pflege benötigen.

Drei Viertel der Pflegebedürftigen (2,08 Millionen Menschen) werden heute noch zu Hause versorgt. Davon erhalten 1,39 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld, das heißt, sie werden meist allein durch nahe Angehörige gepflegt (Laienpflege). Bei den übrigen in Privathaushalten lebenden Pflegebedürftigen erfolgt die Pflege teils oder vollständig durch ambulante Pflegedienste.

Die wichtigsten Fakten lassen sich unserer Grafik entnehmen:




Die Höhe der pflegebedingten Kosten richtet sich nach der Art der Pflege – Laienpflege, ambulante Pflege oder vollstationäre Pflege. Zu all diesen Formen gibt es Zuschüsse der staatlichen Pflegeversicherung.




Die staatliche Pflegekasse gewährt diese finanziellen Beihilfen, der Rest der Pflegekosten muss privat beglichen werden – entweder aus Ersparnissen oder mittels einer privaten Absicherung des Pflegerisikos. Dies ist sehr sinnvoll, denn die zusätzlichen Kosten etwa für einen Platz im Pflegeheim betragen je nach Region und Ausstattung nicht selten 1.500 Euro und mehr.

Das Potenzial für qualifizierte Beratung ist hoch: Nur ein Bruchteil der Deutschen hat bereits vorgesorgt. Laut GDV-Statistik bestanden Anfang 2015 lediglich 3 Millionen private Pflegezusatz-Versicherungen. Hier besteht nach wie vor ein großer Bedarf für unabhängige Beratung.


Versorgungslücke bei der Pflege


Versorgungslücken bei der Pflege


Diese finanzielle Lücke entsteht pro Monat in der Pflege zwischen dem maximalen gesetzlichen Pflegegeld und dem tatsächlichen Bedarf.

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt meist nur einen Teil der anfallenden Kosten und der Rest wird aus dem Vermögen der Betroffenen oder Angehörigen finanziert.

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