Privat oder gesetzlich versichern? Checkliste für Verbraucher

Ob sich Verbraucher privat oder gesetzlich versichern sollten, ist auch von den persönlichen Eigenschaften und Wünschen abhängig. Wer besonderen Wert auf kurze Wartezeiten und eine hervorragende Behandlung legt, ist grundsätzlch in der privaten Krankenversicherung besser aufgehoben. Doch dieser Wunsch lässt sich nicht immer mit der Lebenssituation beziehungsweise dem eigenen Budget vereinbaren. Im Folgenden möchten wir einige Kriterien erläutern, die für eines der beiden Systeme sprechen. Jeder Versicherte muss dabei selbst entscheiden, welche Punkte für ihn besonders wichtig sind.

PKV vs. GKV / Teil 1

PKV vs. GKV / Teil 2

Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung

  • ein Alter deutlich über 40 Jahre, längere Berufstätigkeit und eine dauerhaft bestehende gesetzliche Krankenversicherung. Mit fortlaufender Zeit wird der Wechsel in die PKV immer teurer und unattraktiver.
  • Eine eigene Familie mit mindestens zwei Kindern: In der GKV sind Kinder und Ehepartner kostenlos mitversichert. Deshalb sind insbesondere Alleinversorger des Haushalts über die gesetzliche Krankenkasse günstiger abgesichert. Dieser Aspekt sollte schon im Vorfeld beachtet werden und gilt dementsprechend auch für Menschen, die in Zukunft Vater oder Mutter werden möchten.
  • Keine „saubere“ Krankenakte: bekannte, wohlmöglich chronische Vorerkrankungen führen zu teuren Beiträgen in der PKV. Besucht der Versicherte oder dessen Angehörige oft den Arzt, spricht das eher für die GKV.
  • Geringe oder unsichere Verdienste: In der GKV sind die Beiträge an das Einkommen gekoppelt, weshalb Menschen mit niedrigen Einkünften relativ günstig versichert werden. Wer kein geregeltes, hohes Einkommen aufweist, riskiert, dass er die steigenden PKV-Beiträge nach einer Weile nicht mehr bezahlen kann.

Vorteile der privaten Krankenversicherung

Die PKV lohnt sich insbesondere dann, wenn viele der folgenden Aspekte erfüllt werden beziehungsweise ein bestimmter Punkt in besonderem Maß zutrifft:

  • Ein hohes geregeltes Einkommen in einem sicheren Job: So kann der Versicherte bereits in der Gegenwart für die Belastung in der Zukunft vorsorgen.
  • Ein Anspruch auf Beihilfe: Beamte oder Beamtenanwärter profitieren von staatlichen Zuschüssen (Beihilfe), welche die PKV besonders attraktiv machen.
  • Ein Leben als Alleinstehender und dementsprechend geringeren Verpflichtungen für andere Personen. Auch bei zwei Gutverdienern in einem Haushalt muss der Versicherte nicht für die soziale Absicherung anderer Menchen sorgen.
  • Ein guter Gesundheitszustand und ein junges Eintrittsalter in die PKV. Es bestehen keine schweren Vorerkrankungen. In diesem Fall profitiert der Versicherte von günstigen Prämien.

Treffen mehrere Punkte aus der Checkliste auf eine Person zu, muss diese selbstverständlich auch dazu berechtigt sein, in die PKV zu wechseln. Dazu zählen die genannten Gruppen dergutverdienenden Angestellten, Selbständige, Beamte sowie Studenten.